Was ist Freundschaft eigentlich? Ich habe ziemlich lange darüber nachgedacht und habe nach Jahren des Nachdenkens und Enttäuscht werdens meine Definition was Freundschaft ist und ausmacht gefunden. Ich glaube es zumindest. Aber ich denke, für jeden ist Freundschaft etwas anderes. Jeder definiert es für sich und seine Situation. Ich bin glaube eine der wenigen Menschen die zwischen Freunden, Kumples und Bekannten ziemlich harte Grenzen zieht. Aber in einem Punkt sind wir uns einig, jeder hat irgendwie Menschen in seinem Leben schon getroffen, die einen so stark geprägt haben, dass man auf sie ungern verzichten möchte. Und jeder wird festgestellt haben, dass viele Menschen gekommen sind und auch wieder gegangen sind, ohne etwas von sich bei uns zu lassen.
Solche Menschen die mich geprägt haben und das aus mir gemacht haben, was ich heute bin (Beschwerden bitte an sie) sind mir begegnet und 2 sind mir davon wichtig und eine kleine Erwähnung wert.
Nummer 1 ist vor nun gut mehr als 5 Jahren in mein Leben gestolpert. Diese kleine quirrlige rothaarige Person, die immer ein Lachen auf dem Gesicht hat, die kein Wässerchen trüben kann, ist meine beste Freundin. Sie ging mit mir schon durch so manches Tief, wenn ich mal wieder heulend auf dem Bett saß, weil ich die Welt und Handlung von Personen nicht verstanden habe. Sie hat mir unseren imaginären Hammer über den Schädel gezogen, wenn ich mir unsicher bei Männern war. Mit ihr hab ich so manch lustigen Abend tanzend und lachend in diversen Bars in unserer Stadt erlebt. Bei ihr in der Wohnung haben wir komisch aussehendes, aber trotzdem verdammt leckeres, Essen gekocht und über Gott und die Welt geredet und häufiger noch abgelästert (ach nein, Feststellungen gemacht) Ja, schön war´s. Mittlerweile steht ein Mann an ihrer Seite und sie hat verständlicher Weise nicht mehr soviel Zeit für mich, aber da bin ich ziemlich entspannt geworden.
Nummer 2 hat mich dagegen in einer ganz anderen Weise geprägt. Er hat das aus mir gemacht was ich heute bin. Seit einem Jahr verging kaum ein Tag an dem wir nicht miteinander geredet haben. An dem ich ihm nicht den Bildschirm vollgeheult habe, weil mich mal wieder ein Mensch enttäuscht hat oder (vor allem in der letzten Zeit) ich mit den Auswirkungen eines geplatzen Traums zu kämpfen habe. Viele Abende haben wir uns vorm Rechner um die Ohren gehauen und dabei über Politik, Musik, Filme und das Leben diskutiert und gestritten. Mit seiner einfühlsamen Art und Weise hat er mir immer die Handlungen von Menschen erklärt, warum sie Dinge tun oder warum sie einige nicht tun. Wir haben uns gemeinsam über beiderseitige Glücksmomente gefreut und auch gemeinsam über ähnlich klingende Erlebnisse geweint.
"Ich habe mich mit Gott geprügelt. Ich habe Dämonen gesagt was mir nicht passt. Es ist ein gutes Gefühl zu sagen wir kennen uns noch in 10 Jahren! Wir erinnern uns an alles, an jede Geste jedes Wort. Und ich steh hier um dir zu sagen, es gibt nichts das man vermisst. Ich fragte nie nach Erlaubnis, ich fragte mich nur wo du bist."
[Tomte - Was den Himmel erhellt]