Montag, 21. März 2011
Stillleben
Derzeit sieht es bei mir so aus. Sieht aus als würde ich echt arbeitssam sein ... Manchmal bin ich es auch. Aber das unverblümte Chaos (für mich natürlich ein geordnetes) welches auf dem Schreibtisch vorherrscht, presst in ein einziges Stillleben wie es gerade auch in mir aussieht. Chaos in allen Bereichen. Diplomarbeit, Wohnungssuche, Urlaubsplanung und Baustelle im Kopf, die mir schon wieder viel zu viel zu schaffen macht ... Aber solange die Musik läuft (in dem Falle ein wunderschönes Hamburger-Schule-Mixtapes meines besten Freundes) geht alles viel einfacher und ich weiß das alles ein Ende haben wird.
Die Weinflasche und gleichzeitig die Cola-Flasche und die Schoki sind natürlich reinster Zufall und wurden nur ausschliesslich für dieses Foto auf den Tisch drapiert. (Wer es glaubt soll selig werden!)
Sonntag, 13. März 2011
Augenblicke
[Foto © Dietrich Stahlbaum]
Blicke begegnen sich. Es gibt ein Stolpern im Herzen. Jenes rutscht 10 Etagen tiefer. Man fühlt sich ertappt. Die Zeit scheint stillzustehen. Die Stimme des Gegenübersitzenden rückt in weite Ferne. Man fühlt sich unwirklich und so weit weg.
Bis zu dem Augenblick, in dem man blinzelt. Die Erde erfährt einen Ruck, als würde sie wieder zurück in die richtige Zeitrille springen.
In dem Moment schießen einem tausend Gedanken durch den Kopf. War er es wirklich? Hat er mich erkannt? Leide ich unter Verfolgungswahn? Was denkt er jetzt? Ist es Zufall oder gar Schicksal, dass sich zwei Menschen zu so später Stunde an einem Ort treffen? Du draußen, ich drin: getrennt durch eine dünne Glasscheibe. Warum hat man gerade in dem Moment aus dem Fenster geschaut? 10 Sekunden später und du wärst unbemerkt vorrüber gegangen.
Man schüttelt den Kopf. Macht den einen Schritt in die Realität zurück und versucht sich wieder auf das Gespräch des Gegenübersitzenden zu konzentrieren.
Mittwoch, 9. März 2011
Licht und Schatten
"Alles Licht hat seinen Schatten. Die vermeintlich harmlosesten Menschen halten eine Welt in sich verborgen, in der unvorstellbare Dinge geschehen. Wenn wir durch Zufall dort hineingeraten, überkommt uns ein Gefühl von Unruhe und Furcht, als dringe man in einen fremden Garten ein.
Plötzlich stellen wir fest, dass wir etwas, das schon immer da war, noch nie bemerkt haben, Der nächste Schritt besteht darin, das Territorium des Zweifels auf angrenzende Felder auszudehnen. Von da an kann die Schattenregion uns an nie gedachte Orte führen. Letzten Endes ist die Unterseite der Münze genauso groß wie die Oberseite.
Vielleicht entdeckst du, dass du keine Ahnung hattest, wer an deiner Seite lebt, oder dass du bisher die Augen zugemacht hast, um es nicht zu sehen. Und du wünschtest, du hättest diese erste Entdeckung, die dich aus dem bequemen Alttagstrott gerissen hat, niemals gemacht.
Darum ist es manchmal ratsam, nicht alles wissen zu wollen"
[Francesc Miralles - Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen]
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