Mittwoch, 7. Dezember 2011

Wenn Erwachsene zu Kindern werden ...

Letzten Samstag erzählte mir eine Freundin das sie zwei riiiiiiiesengroße Lego-Kisten von ihrem zu Hause mit nach Dresden gebracht hat ... Lego ... Hm ... In mir kamen Kindheitserinnerungen hoch. Samstagmorgen noch im Schlafanzug auf dem Fussboden sitzend und die tollsten Schlösser, Häuser Autos bauend ... Hach wie war das schön (auch wenn mein Lego eher die DDR-Standardvariante war und ich keine halben Großstädte mit meinem Fundus bauen konnte) Kurzum lud ich mich am nächsten Tag bei ihr zu Hause ein. Ihr Freund gab mir eine Decke auf die ich mich setzten konnte und dann saß ich mit strahlenden Augen vor besagten zwei Kisten. Ich fühlte mich wie ein Kleinkind im Süßigkeitenladen bzw. ob der bunten Steinchen wie im Bällchenparadis früher bei Burger King.
Das Resultat meines kurzen Architekten-Ausflugs kann man unten bewundern. Nix Großes, nix Besonderes aber für mich eine kleine Genugtuung und ein kurzes Gefühl von innerer Zufriedenheit als ich das Resultat betrachtete.



Sonntag, 5. Juni 2011

Frühmorgens


Es ist erstaunlich wie manche Menschen einem nur durch ein paar geschriebene Zeilen den Morgen schöner machen können. Wenn man denkt: "Wow ja so fühle ich mich auch, aber könnte es niemals so in Worte fassen" Geschehen ist dies an diesem Morgen als ich das ICQ anmachte:

R. "Kurz nach zwei. Irgendwo im Nirgendwo. Die Party hinter mir, vor mir der Nachdurst, dazwischen der Bär und ich."
R. "Auf der einen Seite Dunkelheit, die nur von Sternbildern erhellt ist. Auf der anderen Seite ein rot-weißer Schimmer der norddeutschen Mittsommernächte. Nichtmal richtig dunkel wirds hier noch."
R. "Die Welt erwacht, ohne das sie sich richtig schlafen gelegt hat."
R. "Die ersten Vögel twittern ihr Liedchen."
R. "Taxen kutschieren die betrunkene Kundschaft zu deren Betten."
R. "Der Geruch der nächtlichen Feuchte auf der Natur."
R. "Ein kalter Windhauch im Gesicht."
R. "Endlich Sommer. Endlich zu Hause."
R. "Es wird langsam heller draußen. Schlafen:"

Du solltest öfters nach zwei von einer Party kommen ...

Montag, 21. März 2011

Stillleben


Derzeit sieht es bei mir so aus. Sieht aus als würde ich echt arbeitssam sein ... Manchmal bin ich es auch. Aber das unverblümte Chaos (für mich natürlich ein geordnetes) welches auf dem Schreibtisch vorherrscht, presst in ein einziges Stillleben wie es gerade auch in mir aussieht. Chaos in allen Bereichen. Diplomarbeit, Wohnungssuche, Urlaubsplanung und Baustelle im Kopf, die mir schon wieder viel zu viel zu schaffen macht ... Aber solange die Musik läuft (in dem Falle ein wunderschönes Hamburger-Schule-Mixtapes meines besten Freundes) geht alles viel einfacher und ich weiß das alles ein Ende haben wird.

Die Weinflasche und gleichzeitig die Cola-Flasche und die Schoki sind natürlich reinster Zufall und wurden nur ausschliesslich für dieses Foto auf den Tisch drapiert. (Wer es glaubt soll selig werden!)

Sonntag, 13. März 2011

Augenblicke

[Foto © Dietrich Stahlbaum]
Blicke begegnen sich. Es gibt ein Stolpern im Herzen. Jenes rutscht 10 Etagen tiefer. Man fühlt sich ertappt. Die Zeit scheint stillzustehen. Die Stimme des Gegenübersitzenden rückt in weite Ferne. Man fühlt sich unwirklich und so weit weg.
Bis zu dem Augenblick, in dem man blinzelt. Die Erde erfährt einen Ruck, als würde sie wieder zurück in die richtige Zeitrille springen.
In dem Moment schießen einem tausend Gedanken durch den Kopf. War er es wirklich? Hat er mich erkannt? Leide ich unter Verfolgungswahn? Was denkt er jetzt? Ist es Zufall oder gar Schicksal, dass sich zwei Menschen zu so später Stunde an einem Ort treffen? Du draußen, ich drin: getrennt durch eine dünne Glasscheibe. Warum hat man gerade in dem Moment aus dem Fenster geschaut? 10 Sekunden später und du wärst unbemerkt vorrüber gegangen.
Man schüttelt den Kopf. Macht den einen Schritt in die Realität zurück und versucht sich wieder auf das Gespräch des Gegenübersitzenden zu konzentrieren.

Mittwoch, 9. März 2011

Licht und Schatten


"Alles Licht hat seinen Schatten. Die vermeintlich harmlosesten Menschen halten eine Welt in sich verborgen, in der unvorstellbare Dinge geschehen. Wenn wir durch Zufall dort hineingeraten, überkommt uns ein Gefühl von Unruhe und Furcht, als dringe man in einen fremden Garten ein.
Plötzlich stellen wir fest, dass wir etwas, das schon immer da war, noch nie bemerkt haben, Der nächste Schritt besteht darin, das Territorium des Zweifels auf angrenzende Felder auszudehnen. Von da an kann die Schattenregion uns an nie gedachte Orte führen. Letzten Endes ist die Unterseite der Münze genauso groß wie die Oberseite.
Vielleicht entdeckst du, dass du keine Ahnung hattest, wer an deiner Seite lebt, oder dass du bisher die Augen zugemacht hast, um es nicht zu sehen. Und du wünschtest, du hättest diese erste Entdeckung, die dich aus dem bequemen Alttagstrott gerissen hat, niemals gemacht.
Darum ist es manchmal ratsam, nicht alles wissen zu wollen"
[Francesc Miralles - Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen]

Mittwoch, 16. Februar 2011

Soundtrack of my life

Da ich just gestern in den späten Abendstunden in einem Blog eines Bekannten über dieses "lustige" Spiel gestolpert bin, möchte ich es meinem zukünftigen Ich nicht enthalten (und den sparsamen Lesern die sich hier immer mal wieder her verirren). Also hab ich meine Musiksammlung gequält, Random eingeschaltet und gebetet, dass es doch gut ausgehen soll. In den größten Teilen ist es das auch, doch erschreckt es mich zu sehr, wie gut es gerade jetzt passt. Wie gut ich mich damit identifizieren kann. Also im Stil von High Fidelity (nur mit weniger musikalischen Hintergrundwissen, als John Cusack) der Soundtrack meines Lebens.

Vorspann
Madsen - Ich rette die Welt
Nun gut, die Welt retten werd ich nicht ganz.Aber ein Stück besser machen für Andere habe ich sie schon oft. Also finde ich das einen perfekten Auftakt.

Aufwachen
Gisbert zu Knyphausen - Dreh dich nicht um
Naja ... Wenn man nur vom Liedtitel ausgeht, ja dann ist es ein sehr schönes Aufwachlied. Nicht umdrehen, nicht aufwachen ... Begleitete es mich aber in letzter Zeit zu oft und ist eher ein Trennungslied.

Erster Schultag
Virginia Jetzt! - Die Teile deines Lebens
Wenn man den ersten Schultag erlebt, hat man schon schliesslich 6 Jahre auf diesem Planeten verweilt. Aber ich konnte mich in der Zeit ganz bestimmt nicht an das erinnern, was in diesem Lied besungen wird. Obwohl passt es doch ganz gut, immerhin verlies mich im ersten Schuljahr meine Sandkastenliebe.

Verlieben
Microstern - Drowsy Eyes
Hat man wirklich schläfrige Augen, wenn man sich verliebt? Immerhin vermittelt dieses Lied aber das Hochgefühl welches man erleben darf, wenn die Schmetterlinge im Bauch verrückt spielen.

Das erste Mal
Au Revoir Simone - Fallen Snow
Männer: DAS ist ein Lied für den ersten Geschlechtsverkehr. Schön seicht und ruhig und wenn man mal nicht auf den Text hört, wirklich schön. Aber in dem Kontext und mit einem gesunden Spritzer an Ironie kann man den Song auch verkehrt verstehen: "But I'll still let you in. When I hear you knocking, with a whisper. I'll open the doors and I'll let you in" (Entschuldigung, hier fehlt es mir gerade an der nötigen Ernsthaftigkeit)

Kampflied
Johnossi - The Lottery
Was für ein Kampflied. In den ersten Sekunden könnten man vermuten (ein stetiges Ticken ist zu hören), dass es hier hart zur Sache geht und Zähne fliegen. Weit gefehlt. Passt aber trotzdem, da ich eh nicht so auf Rumschlagen stehe.

Schluss machen
Shearwater - Runners of the Sun
"This is why. I turned away to slowly break under the lashes." Autsch ...

Abschlussball
Tocotronic - Stürmt das Schloss
2:49 Minuten lauter Schrammelrock vermitteln Rebellion.

Leben
Knut und die herbe Frau - Wort
"Unsere Blicken fangen ein Leben an. Im Moment enden wir nie. Erinner mich daran. Sag mir was ich suchen soll. Ich will ein neues Wort. Für alles ein Gefühl. Ein Auftrag. Ein Klang. Glaube und Ziel. Du bist ein Wort für all meine Taten ..." Ich glaube fest daran, dass ich das eines Tages leben werde!

Nervenzusammenbruch
Siva - All the bright moves
Mit dem Lied wäre jeder erlebte Fast-Nervenzusammenbruch zu einer Wiese voller Blumen geworden (oder so).

Auto fahren
Calexico - Writer´s minor holiday
Schönes Lied zum Auto fahren. Vermittelt auch die Mentalität. Lustigerweise ziert das Cover eine Frau die im Auto fährt.

Flashback
Angus and Julia Stone - Santa Monica Dream
"I'm somewhere, you're somewhere. I'm nowhere, you're nowhere. You're somewhere, you're somewhere. I could go there but I don't"

Wieder Zusammenkommen
Kettcar - 48 Stunden
Aha? Wenn es wirklich einen Mann geben sollte, der mit mir bei diesem Lied wieder zusammenkommt, soll sich unverzüglich bei mir melden.

Hochzeit
Garda - My heart is empty
Noch mehr aha? Okay in der Situation, in der ich immer noch stecke wohl eher ein Oha. Soll das etwa eine Warnung sein? Ein ich sollte wieder oder immer noch weiter kämpfen? Ein ich sollte doch nicht den Glauben und die Hoffnung aufgeben? "I sit here. So quiet ... We talk about our hopes and losts ... But you leave me now and i wonder if you were turn back ... Come back someday!" Das Lied will definitiv niemand auf seiner Hochzeit hören.

Geburt des ersten Kindes
Au Revoir Simone - Anywhere you looked
Freudestimmendes Lied und die Geburt meines ersten Kindes soll genauso freudestimmend sein.

Todesszene
Die Sterne - Irrlicht
Die ersten Sekunden erinnern sehr stark an einen Edgar Wallace Film. Also passt das Licht am Ende des Tunnels (auch als Irrlicht bezeichnet) ganz gut zu diesem Szenario. "Ein irres Licht, doch ich folge nicht. Nein so irre bin ich nicht" Bitte dann aber auch mit der Edgar Wallace-Aufmachung in Schwarz-Weiß.

Beerdigungslied
Johnossi - What´s the Point
"Where do we go when we go from here? Feels like a circle around me while I wait for more"

Abspann
Virginia Jetzt! - Von einer besseren Welt
Gutes Lied für einen Abspann. Nochmal ordentlich selbstkritisch aufs Leben zurück geblickt!

Fazit: Was sagt das jetzt alles über mich aus? Hallo Herr Freud? Hallo Herr Nietzsche? Ich denke ich hab zu viel melancholische Musik. Der ganze Soundtrack ist doch melancholisch, oder?