Ich warte immer noch auf den persönlichen großen Knall. Seit Monaten. Aber nix bewegt sich. Ganz im Gegenteil: mein Leben wabert und blubbert wie jeher vor sich hin, ohne großes Vorwärtskommen. Eher mit kleinen Rückschritten, die kommen und gehen
Aber auf was warte ich eigentlich? Je näher ich zum Ende des Studiums komme, desto unentschlossener werde ich. Was kommt danach? Bis jetzt ist da immer noch ein schwarzes Loch. Sollte ich mich nicht aber langsam mal entschieden haben was ich überhaupt "danach" machen möchte? Gleich auf Jobsuche, oder doch erstmal rumreisen und ausspannen? Zudem bin ich mir immer noch unschlüssig wo ich überhaupt arbeiten möchte. Ausland oder Deutschland. Dresden oder eine größere Stadt. Ingenieurbüro oder öffentlicher Dienst? Momentan mach ich mein Praktikum in einem Ingenieurbüro. Arbeite an einem Projekt mit. Ohne Frage macht das Spass und ich mach es gern, weil es interessant ist. Zumindest ist es so lange interessant und macht Spass, wie ich Aufgaben bekomme. Das Dumme an einem Praktikum ist aber, dass ich nach wie vor nicht alles machen kann. Die Firma wäre ja schön blöd einem Praktikanten die Verantwortung für ein Projekt zu übergeben. Nicht das ich an mir zweifeln würde, weil ich es nicht könnte. Aber in den 1,5 Monaten die ich jetzt schon in der Firma arbeite seh ich einfach wieviel Praxisbezüge mir fehlen. In der Theorie alles schön und gut (passt auch alles über den Daumen gepeilt) aber in der Praxis sieht es einfach immer anders aus. (Ja ich erheb den Finger Richtung Uni, aber die können ja auch nicht anders) Irgendwie hab ich aber davor Angst, vor dem jeder Berufseinsteiger Angst hat: man wird als Praktikant eingestellt. Ehrlich gesagt hab ich nämlich weniger Lust mich die ersten 5 Jahre von unbezahltem Praktikum zu unbezahltem Praktikum zu hangeln. Was bleibt aber dann einem anderes übrig?
Auf einer Dienstreise hab ich mich etwas tiefgründiger mit meinem Betreuer unterhalten und er versteht meine Situation und warf genau das in den leeren Raum, worüber ich selber nachgedacht hatte: wie wäre es denn mit einem Zweitstudium? Journalismus meinte er (wie auch immer er darauf gekommen ist) und damit hat er eine Tretmiene gezündet. Mein jetziges Studium ist eigentlich nämlich gar nicht mein Wunschstudium. Ich wollte ursprünglich was ganz Anderes machen. Tja nur ist das Dumme bei einem Zweitstudium, die Vorraussetzung. Mit meinem jetzigen Abschluss könnte ich nie und nimmer das studieren was ich ursprünglich wollte, weil das zwei grundverschiedene Fachgebiete sind. Zumindest bilde ich mir das ein (ja ich werde weiter eisern recherchieren, aber ab und zu muss ich halt doch mal arbeiten)
Nebst diesem Wirr-Warr in meinem Kopf (übertriebener Weise kann man es auch mit "Existenzängsten" umschreiben) habe ich aber doch noch einen kleinen Umschwung in meinem Leben gemacht. Wer will kann es als "den neuen Lebensabschnitt" beschreiben. Meine erste eigene Wohnung und die macht doch ganz schön viel Arbeit. So langsam leb ich mich da auch ein. Aber eben nur langsam, weil mir dann wieder kurzzeitig bewusst ist, dass ich trotz der oben beschriebenen Richtung, etwas vermisse.
Und damit ende ich und geh mal wieder arbeiten ...

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